SPD-Ortsverein: Arbeitsgemeinschaft "Bildung" stellt kommunales Konzept vor
Flyer: Zukunftsorientierte Bildung für Schwetzingen
"Das baden-württembergische Bildungssystem gilt im bundesweiten Vergleich als gut. Zumindest scheint dies auf den ersten Blick, denn Probleme gibt es, und es sind nicht wenige", heißt es in einer Presseerklärung des SPD-Ortsvereins.
Seit Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G 8) werde Schule für Schüler und Lehrer zum Stressfaktor. Viele Schüler seien wegen des überladenen Lehrplanes überfordert, nicht wenige wechseln auf die Realschule oder technische oder Wirtschaftsgymnasien, in denen weiter die 13. Klasse als Abschlussklasse existiert. Sogar das Hebel-Gymnasium bezeichne die Beschlüsse der Regierung als "Baustelle".
Belastung für Schüler und Lehrer
Trotz der Zusagen der Landesregierung, Gelder für Lehrer und den Ausbau der Schulen zu investieren, sei der Erfolg ausgeblieben. An der Schimper-Realschule würden weiterhin Stunden ausfallen, das Hebel-gymnasium müsse wegen Lehrermangel das Fach Kunst in der siebten Klasse durch eine verpflichtende Hausaufgabenbetreuung ersetzen.
Die enormen Belastungen der Schüler in allen Schularten durch vermehrten Nachmittagsunterricht spürten auch die Vereine und die Musikschulen, denen der Nachwuchs durch den erhöhten Aufwand wegzubrechen drohe.
"Diese tiefgreifenden gesellschaftlichen Probleme wurden von der Landesregierung noch nicht einmal ansatzweise zu lösen versucht", so Robin Pitsch, Sprecher der AG Bildung der SPD Schwetzingen. "Daher müssen wir in den Kommunen für geordnete und gesellschaftlich tragbare Verhältnisse sorgen. Wir müssen uns aber im Klaren sein, dass wir in Schwetzingen weder das G8 noch die zu frühe Auslese nach der vierten Klasse abschaffen können. Wir müssen aber die Rahmenbedingungen zum Besseren hin ändern!"
Die SPD begrüßt den Mensa-Bau am Hebel-Gymnasium, der durch die Fördermittel des IZBB-Programms unter der Regierung Schröder erst möglich gemacht wurde. Dadurch erst sei ein Ganztagesschulbetrieb möglich.
Die SPD setze sich für weitere Ganztagsschulangebote an der Schimper-Realschule sowie an den Grundschulen ein. Hier soll dann das gemeinsame Lernen mit anderen Schülern, Sozialkompetenz und die individuelle Förderung im Mittelpunkt stehen. Betreuungs- und Förderangebote gäbe es bereits in anderen Kommunen in Zusammenarbeit mit Studenten.
Allerdings müsse von Beginn an feststehen, dass "Ganztagsschule" nicht gleich "Ganztagsunterricht" heißt. Die SPD ist der Auffassung, dass Bildung über den Schulunterricht hinausgeht.
Voraussetzungen hierfür müsse aber ein umfassendes von der Stadt initiiertes und koordiniertes Netzwerk sein, das die Vereine mit ihren Angeboten und die weiterführenden Schulen schulartübergreifend miteinbezieht.
Schulsozialarbeit ausbaufähig
Ebenfalls ausbaufähig sei die Schulsozialarbeit, die nach Streichung der Landesmittel von der Kommune zu tragen ist. Auch hier müsse eine Vernetzung in die Planung des angedachten Jugendbüros geschaffen werden. Da Schwetzingen als Mittelzentrum und Schulstandort viele Schüler aus den Umlandgemeinden anzieht und viele dieser Schüler mit dem Fahrrad unterwegs sind, benötige Schwetzingen gekennzeichnete Schulwege, die nicht an Hauptverkehrsstraßen entlangführen. Gerade im Hinblick auf die Sicherheit der Grundschüler sei ein gekennzeichneter Schulweg Pflicht.
"Natürlich finanzieren sich diese Dinge nicht von selbst, aber um die Lage für unsere Schüler in Schwetzingen zu verbessern, muss die Stadt mehr Geld als bisher in ihre Schulen bzw. in ihre Schüler investieren", so Robin Pitsch abschließend.