Bildungsreise ins Zwergenschlösschen

Veröffentlicht am 26.02.2025 in Fraktion

       Im Rahmen ihrer kommunalen Politikarbeit hat sich SPD-Fraktion im Schwetzinger Gemeinderat gerade für den Bereich Bildung und Betreuung mit ihrer „Bildungsreise“ einiges vorgenommen. Die Stadträtinnen und -räte Sabine Rebmann, Anna Abraham, H.-P. Müller und wollen Robin Pitsch weiter die Schwetzinger Bildungs- und Betreuungslandschaft erkunden: „Es ist wichtig, dass man beim wohl wichtigsten kommunalen Betätigungsfeld nicht nur in den schriftlichen Vorlagen für den Gemeinderat Zahlen liest, sondern sich anschaut, wie Bildung vor Ort gelingt“, heißt es seitens der Fraktion.

Nachdem vor zwei Jahren der Besuch in der Zeyhergrundschule dafür gesorgt hat, die Schule zu einer gebundenen Ganztagesschule umzubauen, besuchte das Gemeinderatsquartett bei der nun ersten Bildungsreise nach der Wahl die Basis. In der KiTa und Kindergarten Zwergenschlösschen in der Moltkestraße hießen KiTa-Leiterin Pamela Staudt mit Sarah Weiß, Bereichsleitung Krippe, und Maraijke Schade, Bereichsleitung des Kindergartens, das SPD-Team willkommen und gaben einen Einblick in die baulichen Gegebenheiten sowie in den Alltag der pädagogischen Arbeit und frühkindlichen Bildung.

Vorweg: alles ist etwas familiärer und beschaulicher. Kein großes Gebäude, kein großer Parkplatz, kein großes Aufsehen. Sowohl die KiTa, als auch der Kindergarten des Zwergenschlösschens sind in jeweils einem ganz normalen Wohnhaus aus den 1910er Jahren untergebracht, zwei Geschosse und ein ausgebautes Dach. In der Diele noch die alten Steinmustermöden, das Treppenhaus teilweise mit kunstvoll geschnitzten Geländern. Pro Stockwerk drei Zimmer inklusive einer Küche, dazu dann die Toilettenräume. Alles wirkt wohnlich, heimelig, wohlig. „Das Team hat hier wirklich viel Herzblut reingesteckt, mit Liebe zum Detail“, sieht Stadträtin Sabine Rebmann sofort.

In der KiTa sind in den zwei Gruppeneinheiten – jeweils bestehend aus dem Küchenbereich, Toilettenbereich sowie dem Spiel- und Schlafbereich – tagsüber insgesamt 20 Kinder untergebracht. Die Gruppen sind voll ausgebucht. Und das motivierte Pädagoginnenteam sorgt für eine familiäre Atmosphäre. Mit den hohen Decken, den Pastellfarben, der Liebe zum Detail bei den frischen Blumen im Treppenhaus und in den Regalen, wirken die Gruppenräume eher wie große Erlebniswohnzimmer und – auch das fällt auf – jede Tür, jede Ecke ist mit Klemm- und Stoßschutzvorrichtungen für die Kinder geschützt – klar: das ist auch in diesem sanierten Altbau für Kindertageseinrichtungen Vorschrift.

An einem Erkerfenster steht ein Trittbrett. „Das ist aktuell ein sehr angesagter Platz“, sagt Pamela Staudt. „Wir richten unser Angebot am Fokus und der Perspektive der Kinder aus. Und hier am Fenster da ist ja mit der Baustelle vor der Südstadtschule ja gerade was los. Da gibt es viel zu sehen.“ Aktivierende Erfahrungen sollen die Kinder in ihrem geregelten Tagesablauf machen – und da zählt dann eine Aktion zum Thema Baustelle, die direkt ja live direkt vorm Haus liegt, dann eben dazu. „Da wird schonmal eine eigene Kinderbaustelle aus dem Spielezimmer gemacht“.

Und auch sonst will man am liebsten gleich selbst wieder in die KiTa oder den Kindergarten gehen. Denn hinterm Haus ist dann der Garten, oder eben eher das Außenbewegungsfeld mit Sandkasten, Holzhaus und allerlei Entdeckenswertem. Aus einem Hühnerhaus wurde kurzerhand eine Outdoor-Kinderwohnstube.

Der Kindergarten beherbergt 30 Kinder, die Plätze ebenfalls ausgebucht. Obwohl in privater Trägerschaft, ist der Zwergenschlösschen-Kindergarten Teil des kommunalen Koordinierungssystems für die Kindergartenplätze. Auch hier: viel Liebe zum Detail in der Gestaltung der Räume und im pädagogischen Angebot.

„Unser Personalschlüssel ist etwas besser als der, der landesweit vorgegeben ist, aber auch wir haben mit Krankheitsausfällen zu kämpfen – gerade weil ja Einschränkungen der Öffnungszeiten die absolute Ausnahme sein sollen“, berichtet Pamela Staudt, die sich vor dreizehn Jahren selbstständig machte und die beiden Einrichtungen mit Unterstützungsleistungen der Stadt Schwetzingen ins Leben rief. Damit eine solche Einrichtung überhaupt finanziert werden kann, sind neben den Elternbeiträgen auch finanzielle Unterstützungsleistungen der Kommune essenziell -  „so wie gerade auch kirchliche und andere private Träger diese Unterstützungsleistungen erhalten – die prozentualen Zuschüsse sind nicht identisch, aber vergleichbar“, weiß Stadträtin Anna Abraham.

Pädagogische Schwerpunkte im Zwergenschlösschen liegen neben einer ganzheitlichen Gesundheitsförderung auch im musischen und sprachlichen Bereich. Mit Musikpädagogin Marijke Schade kann das gemeinsame Musizieren mit den Kindern schon mal länger gehen, und das spielerische Verwenden von Englisch ist beim Mittagessen im Kindergarten der Renner. Aber gerade beim Thema Sprache will Staudt noch mehr anbieten: „Mit dem Sprachförderkonzept KOLIBRI und künftig mit SprachFit wollen wir die Kinder fit für die Grundschule machen.“ Und auch hier laufen schon Kooperationen mit den Grundschulen, die Kinder nach dem letzten Jahr besuchen werden. Auch mit dem Turnverein kooperiert das Zwergenschlösschen. An einem festen Turntag in der Woche können die Kinder unter Leitung der Ernährungs- und Bewegungspädagogin Sarah Weiß die nur 400 Meter entfernte Lore-Eichhorn-Halle für Bewegungsspiele nutzen.

Ebenso wie der Vorschul-Übungs-und-Kreativraum im ausgebauten Speicher begeistert auch der neue Medien- und Leseraum, in dem Lese- und Spielangebote stattfinden.
„Mir fällt die familiäre Kleinteiligkeit auf“, sagt Stadtrat H.-P. Müller, angefangen vom gepflegten alten Holzparkett, der Anpassung eines ehemaligen Wohnhauses auf die Bedürfnisse der Kleinen und eben auch der Maßstab: ich finde es unglaublich innovativ, Bildungseinheiten nicht nur als große Strukturen zu denken, sondern diese in umgebauten Einfamilienhäusern umsetzen zu können. Das könnte auch grundsätzlich ein Konzept sein“, sagt Fraktionssprecher Robin Pitsch.

Doch all das Ausgeklügelte, das Innovative und die familiäre Atmosphäre auf ansprechendem, aber kleinteiligem Raum erfordere seitens der pädagogischen Fachkräfte gute Organisation und Arbeitsteilung, sagt Staudt. Daher dankt sie der Stadt, dass diese einen Beitrag für eine Hauswirtschaftskraft dazugibt. Stadtrat Robin Pitsch unterstützt: „Auch solche Kräfte gehören zum Team, ist ja klar: denn während diese beispielsweise Frühstücks- oder Mittagessengeschirr verräumt oder anfallende Wäsche reinigt, können die Pädagoginnen weitere Angebote und damit Bildung vermitteln.“

 

 

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