Stadtgesellschaft muss in den Dialog - Themen der Tour de Schwetzingen 2025

Veröffentlicht am 30.04.2025 in Ortsverein

Über 20 Interessierte konnte Stadträtin und Ortsvereinsvorsitzende Sabine Rebmann zur Tour an kommunalpolitisch relevante Ort in Schwetzingen begrüßen.

Erste Station der sogenannten “Tour de Schwetzingen” war die Kreuzung Zähringer Straße/ Karlsruher Straße, wo gerade in den letzten Wochen Bewegung an dem Baugrundstück am Leimbach gekommen war. So unterstützten neben der SPD-Gemeinderatsfraktion auch die Mitradler die bereits durch den Gemeinderat beschlossene Veränderungssperre und eine Überarbeitung des Bebauungsplan an dieser Stelle umzusetzen.

Weiter ging es zum GRN-Klinikum, wo die Auswirkungen der Entscheidung der KVBW zur Schließung der Notfallambulanz kritisiert wurde. Trotz Unterschriftenaktion unter Federführung von Landtagsvizepräsident Daniel Born und unter Beteiligung anderer Landtagspolitiker, wird diese voraussichtlich im Sommer geschlossen. Kritisiert wurde die Entscheidung auch deshalb, weil die die Schließung in Schwetzingen nicht valide und nachvollziehbar empfunden wurde.

An der nächsten Station, am Bassermannhaus berichtete Sabine Rebmann über die Herausforderungen der Stadt bei der Bereitstellung geeigneter, kommunaler Räume, um die ab 2026 verbindliche Ganztagsbetreuung, z.B. auch in der gegenüberliegenden Südstadtschule sicherzustellen. An allen Schulen fehle Platz, weil diese nur als Halbtagesschulen ausgelegt seien und wie alle Kommunen, müsse auch Schwetzingen Lösungen in Richtung einer qualifizierten Ganztagesbetreuung und Bildung bieten. Gleichzeitig bestehe bei der Umnutzung des Bassermannhauses als reine Schuleinrichtung die Gefahr der Verdrängung, denn aktuell sind dort zahlreiche Vereinsräumlichkeiten, das Theater sowie auch das Museum untergebracht. Obwohl die Situation und die Entwicklung im Grundschulbereich seit Jahren absehbar seien, ist die SPD-Fraktion irritiert, dass es seitens der Stadtverwaltung erst seit einem Jahr zwar Ideen, aber noch keine konkreten Planungsansätze gebe. Klar sei aber, dass man im Sinne der Schulen zu praktikablen Entscheidungen kommen müsse, bei denen für die Bildung der Kinder ein optimaler Nutzen entstehe. Dass hierbei auch über alternative Unterbringungsmöglichkeiten von Vereinsräumen oder dem Theater am Puls nachgedacht werden müsse, sei ebenso klar, so die SPD-Fraktion.

Und wie im ganzen Land stehe auch Schwetzingen vor der Herausforderung, die Anforderungen im Bereich Bildung mit neuen Räumlichkeiten für Schulen und Vereine zu erfüllen, andererseits seien aber Neubauten nicht finanzierbar. „Die Kunst liegt darin, die vorhandenen Raumstrukturen neu zu verteilen, das ist eine Aufgabe, der sich die gesamte Stadtgesellschaft im Dialog stellen muss. "Da könnten auch Räume der Mensa des Hebelgymnasiums für bürgerschaftliche Vereinszwecke genutzt werden, denn diese sind da“, sagt auch Stadträtin Anna Abraham.

Weiter ging es über die Südtangente ins Pfaudler-Areal, wo erörtert wurde, welche Möglichkeiten die Kommune habe, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Zwar hat die Stadt in den entstandenen Gebäuden Flächen erworben und somit den Mietpreis in einigen Wohnungen gedämpft, von bezahlbarem oder gar sozialem Wohnungsbau kann aber nicht die Rede sein. „Wenn die Stadt in Zukunft für qualifizierte Fachkräfte wie etwa für die gesicherte Ganztagesbetreuung der Grundschulen und Kindergärten attraktiv sein soll, reicht dieser Ansatz nicht aus, da die Wohnungen dort für Normalverdiener dennoch nicht stemmbar sind“, sagte die stellvertretende OV Vorsitzende Isabel Kullen auf den Punkt.
Stadtrat Hans-Peter Müller erläuterte den zweiten  Bauabschnitt der sogenannten Schwetzinger Höfe, der in diesem Sommer begonnen wird. Im Gemeinderat wird auch auf das Einhalten der Barrierefreiheit geachtet. Er sprach ebenfalls die Zugänglichkeit des neuen Quartiers an die Innenstadt an.

Mit den Fahrrädern ging es zum Schulhof des Hebel-Gymnasiums. „Kein Ort der Kreativität und des Schaffens“, mahnten hier Teilnehmer. Es gibt auch hier Absichtserklärungen, etwas zu verbessern und auch der Gemeinderat hat jüngst ein Aufwertungskonzept diskutiert.

Von dort aus ging es weiter in den nächsten Schulhof, nämlich der Zeyher-Grundschule. Hier berichtete Stadträtin Anna Abraham über das anstehende Projekt der Umstrukturierung zur gebundenen und für Eltern kostenlose Ganztagesschule. An diesem Standort soll pädagogisch und baulich eine qualifizierte Ganztagsbildung umgesetzt werden und daher die gesamte Schule auch räumlich massiv erweitert, saniert und aufgewertet werden. Die nicht zuletzt auf eine Initiative der SPD-Fraktion zurückgehende Entwicklung der Schule wurde von allen Teilnehmern begrüßt.

Die Gewerbeflächen am ehemaligen Ausbesserungswerk waren die nächste Station. Die Gemeinderäte klärten auf, dass Decathlon der größte Arbeitgeber in der Stadt Schwetzingen sei und sein Gewerbe an dieser Stelle für die Logistik sowie das Ladengeschäft ausbauen wolle. Was mit dem angrenzenden, alten Ausbesserungswerk der Bahn geschehen soll, ist weiterhin noch nicht festgelegt. Nach Prüfung vieler einseitig erstellter Konzepte interessierter Firmen und Investoren, die in den letzten Jahren der Gemeinde vorgelegt wurden, wird nun auf Anstoß von OB Matthias Steffan ein Kriterienkatalog erstellt, der die Anforderungen der Stadt an diese Flächen und deren Nutzung besser vorschreibt. Dies soll potenziellen Interessenten einen klaren Rahmen in der Erstellung ihrer Konzepte geben.

Es folgte die neue S-Bahn-Haltestelle Schwetzingen-Nordstadt. Hier wurde für die umliegenden Bewohner eine sehr gute Möglichkeit umgesetzt, mit kurzen Wegen an den ÖPNV angebunden zu werden. Viele Teilnehmende berichteten auch, dass (aus eigenen Erfahrungen) diese Haltestelle gut genutzt wird. Leider ist der Zugang zum Bahnsteig Richtung Mannheim nur über die geöffnete Schrankenanlage der Grenzhöfer Straße möglich. Da die Schließung der Schranke durch Züge oft unvorhersehbar lange sein kann, besteht für Pendler die Gefahr, ihre einfahrende Bahn zu verpassen und mitunter fühlen sich Menschen genötigt, trotz Gefahr den geschlossenen Bahnübergang zu queren. Die Situation kenne die Bahn, habe jedoch trotzdem keine Unter- oder Überführung umgesetzt – für viele Mitradler „völlig unverständlich“.

Als letzten Punkt wurde der marode Zustand des dahinter liegenden Nordstadt-Hallen-Komplexes thematisiert. Hier hat sich in den letzten Jahren ein Sanierungsstau gebildet, der nun zu starken Einschränkungen in der Nutzbarkeit des Lehrschwimmbeckens führt. So müssen dort dringend technische Anlagen modernisiert werden. Die Finanzierung ist auch an dieser Stelle noch nicht endgültig geklärt.

„Unterm Strich hat die Stadt in den vergangenen Jahren gerade im Bereich Bildung, Sport und Vereine Vieles liegen lassen. Das müsse nun mit wichtigen Investitionen nachgeholt werden, was wir aber als ‚Investition in die Bürger‘ sehen und gerne früher so umgesetzt hätten sehen wollen“, heißt es seitens der SPD-Fraktion. Daher begrüße man, wenn der neue OB Matthias Steffan davon spreche, keine neuen Baustellen aufzumachen, sondern „in das Tafelsilber der Stadt“ zu investieren.
Beim Spargelanstich auf dem Spargelhof Renkert konnten die Teilnehmer die Themen der Tour de Schwetzingen mit guten Gesprächen ausklingen lassen.

 

 

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