Vor zehn Jahren hat Fraktionsvorsitzender Robin Pitsch bereits von eine Gantagesschule im Gemeinderat gesprochen. Damals ging es grundsätzlich um die Betreuung von Schülerinnen und Schülern an Grundschulen. Jetzt soll das Projekt aufs Gleis gesetzt werden und die Stadtverwaltung wird mit der Durchführung, Vergabe und letztlich Bau des Schulerweiterungsbaus beauftragt. Die SPD stimmte dafür.
Vor zehn Jahren habe ich hier im Gemeinderat die Ganztagesschule gefordert. Damals schon war klar: Wenn wir als Schwetzingen eine moderne und familiengerechte Bildungsstadt sein wollen, dann müssen Bildung und Betreuung endlich zusammen gedacht werden – qualitativ, verlässlich und zeitgemäß.
Und jetzt, nach Jahren des Ringens, nach zahllosen Diskussionen, Grundsatzbeschlüssen, Lenkungskreisen, Umplanungen, Förderanträgen, Kürzungen, Unsicherheiten und politischen Richtungswechseln, gilt endlich:
Die Ganztagesgrundschule an der Zeyher-Schule kommt – mit aktualisierten, realistischen Zahlen und – so sehe ich das – endlich mit ‘nem anscheinend konkreten Plan.
Das klingt heute fast selbstverständlich. War es aber nie. Dieses Projekt stand mehrfach auf der Kippe. Es wurde verzögert, infrage gestellt, kleingerechnet und bürokratisch ausgebremst (mitunter von der damaligen Stadtspitze selbst). Umso wichtiger ist es, dass wir heute sagen können: Wir kommen endlich ins Handeln.
Natürlich kann man das unterschiedlich sehen.
- Der Pessimist sagt: Zehn Jahre für ein Schulprojekt – typisch Deutschland. Alle wussten doch längst, wohin die Entwicklung geht.
- Der Optimist sagt: Beharrlichkeit lohnt sich. Durch den Einsatz vieler engagierter Menschen ist aus einer Idee ein gemeinsames Projekt geworden.
- Und der Realist in mir sagt: Jetzt beginnt erst die eigentliche Arbeit. Denn beschlossen ist noch nicht gebaut.
Trotzdem: Dieser Schritt ist wichtig. Er schafft endlich eine Perspektive für Kinder, Eltern und Lehrkräfte – und die ist dringend nötig.
Denn unsere Grundschulen arbeiten längst am Limit. Schulleitungen unterrichten heute nicht mehr nur Kinder. Sie organisieren Personalmangel, koordinieren Ganztag, bewältigen
Digitalisierung, erfüllen Berichtspflichten, kämpfen sich durch Förderprogramme und beantworten nebenbei Elternmails. Und wenn dann noch Zeit bleibt, kümmern sie sich um Pädagogik.
Deshalb gilt unser großer Dank dem Team der Zeyher-Schule – insbesondere Frau Rektorin Gellert-Schmidtke. Mit Geduld, Beharrlichkeit und pädagogischer Klarheit haben Sie dieses Projekt entscheidend mitgetragen, mitgeprägt, mitgestaltet.
Ebenso danke an die Stadtverwaltung, insbesondere an Bürgermeisterin Schlüter, frau Zuleger und das zuständige Team. Denn wer Förderchaos ertragfen und Vorgaben erfüllen muss, weiß: Schule planen heißt heute oft vor allem: Bürokratie bewältigen.
Ich habe im Lenkungskreis eines gelernt: Die Verwaltung spricht nicht automatisch die Sprache der Schule. Die Schule nicht die der Verwaltung. Und die Sprache der Fördermittel findet oft keine Entsprechung in Realität. Trotzdem mussten genau diese Welten zusammenfinden. Das war mühsam. Aber daraus muss man Konsequenzen ziehen: Prozesse müssen künftig früher, transparenter und kooperativer organisiert werden. Weniger Reibungsverlust, mehr gemeinsames Arbeiten an Lösungen.
Denn wir müssen ehrlich bleiben: Der gesetzliche Betreuungsanspruch gilt bereits jetzt. Der Erweiterungsbau wird aber frühestens 2028 fertig. Danach folgen Sanierung und Sporthalle. Das heißt: Wir sprechen über eine Übergangszeit von fast sechs Jahren.
Und deshalb muss man im weiteren Prozess einen Fokus auf die Mitsprache der Eltern richten, denn die Unsicherheiten, die eine Ganztagsschule und der Weg dorthin mit sich bringen, dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Zuletzt wurden die Eltern tatsächlich ignoriert oder in der Kommunikation nicht mitbedacht. Und das muss bei einer Manöverkritik gesagt werden dürfen, damit es sich ändert.
Denn die Übergangszeit bis das Projekt dann 2032 fertiggestellt ist und nach Plan läuft wird anstrengend. Für Eltern, Kinder, Lehrkräfte und Verwaltung. Flexible Lösungen werden notwendig sein. Und ja – man darf die Frage stellen, warum hier nicht früher gehandelt wurde.
Aber entscheidend ist: Es gibt endlich Licht am Ende des Tunnels. Eine klare Perspektive, die deutlich besser ist als der heutige Zustand.
Deshalb freut sich die SPD-Fraktion über diesen Schritt. Und ich persönlich freue mich darauf, wenn aus einer Forderung von 2016 irgendwann endlich gebaute Realität geworden ist.
Und jetzt, liebe Stadtverwaltung geht es bitte ab morgen dann sofort los ins „Machen“!